
Es gibt Rezepte, die uns im Alltag retten. Wenn plötzlich Besuch vor der Tür steht, wenn die Familie Lust auf etwas Süßes hat oder wenn wir einfach selbst einen Seelentröster brauchen, ohne dafür stundenlang in der Küche zu stehen. Dieser Express-Joghurtkuchen ist genau so ein Rezept – unkompliziert, schnell, gelingsicher und dabei unglaublich saftig. Die Kombination aus cremigem Naturjoghurt und frischer Zitrone macht ihn angenehm leicht und aromatisch, während die feine Krume auch am nächsten Tag noch köstlich schmeckt.
Ich habe dieses Rezept von einer alten Bekannten, die früher in einem kleinen Café gearbeitet hat. Dort gab es immer ein Blech mit diesem Kuchen, weil er so schnell gemacht war, dass man ihn sogar zwischen zwei Kaffeeschichten anrühren konnte. Sie schwor darauf, dass der Kuchen nur deshalb so perfekt gelingt, weil er mit Joghurt UND Öl gebacken wird – das sorgt für eine zarte, aber dennoch stabile Textur.
Zutaten
Für den Teig:
3 Eier (Größe M) – am besten zimmerwarm, so verbinden sie sich besser mit den anderen Zutaten.
120 g Zucker – wer es weniger süß mag, kann auf 100 g reduzieren.
100 g neutrales Öl (z. B. Sonnenblumenöl oder Rapsöl) – kein Olivenöl verwenden, da es den Geschmack verfälscht.
150 g Naturjoghurt (mindestens 3,5 % Fett) – sorgt für Saftigkeit und einen feinen Säurekick.
80 g Zitronensaft (frisch gepresst!) – frisch ist hier wichtig, da fertiger Saft oft zu flach im Aroma ist.
1 EL abgeriebene Zitronenschale – nur den gelben Teil abreiben, nicht das Weiße, sonst wird es bitter.
300 g Weizenmehl – Type 405 oder 550, beide funktionieren.
¾ Päckchen Backpulver – ca. 12 g.
1 Prise Salz – verstärkt das Aroma und sorgt für Balance.
Für den Zitronenguss:
150 g Puderzucker – am besten sieben, um Klümpchen zu vermeiden.
2 EL Zitronensaft – eventuell etwas mehr, um die gewünschte Konsistenz zu erreichen.
Zubereitung
1. Vorbereitung des Ofens und der Form
Den Backofen auf 175 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine kleine Gugelhupfform (ca. 18 cm Durchmesser) gut einfetten und leicht mit Mehl bestäuben. Dieser Schritt ist wichtig, damit der Kuchen später nicht an der Form kleben bleibt. Alternativ kann auch eine Kastenform (25 cm) oder eine runde Springform (20 cm) verwendet werden.
Tipp: Wenn du Silikonformen nutzt, reicht meist ein leichtes Einfetten. Bei Metallformen unbedingt fetten und mehlen oder Backpapier einlegen.
2. Eier und Zucker schaumig schlagen
Die Eier zusammen mit dem Zucker in eine große Schüssel geben und mehrere Minuten hellschaumig schlagen. Je länger du schlägst, desto luftiger wird der Kuchen. Das Volumen sollte sich deutlich vergrößern, und die Masse sollte fast weiß sein.
Extra-Tipp: Verwende zimmerwarme Eier – so verbinden sie sich besser mit dem Öl und dem Joghurt.
3. Flüssige Zutaten hinzufügen
Nun das Öl, den Joghurt, den frisch gepressten Zitronensaft, die Zitronenschale und die Prise Salz dazugeben. Alles kurz, aber gründlich verrühren, bis eine glatte Masse entsteht.
Hinweis: Öl sorgt für Saftigkeit und macht den Kuchen lange frisch. Wer will, kann einen Teil des Öls (z. B. 20 g) durch geschmolzene Butter ersetzen, um ein leicht buttriges Aroma zu erhalten.
4. Mehl und Backpulver unterrühren
Das Mehl mit dem Backpulver mischen und in zwei Portionen zur Ei-Zucker-Mischung geben. Nur kurz unterheben – zu langes Rühren macht den Kuchen kompakter. Ein Gummispatel oder ein Schneebesen eignen sich besser als ein Handrührgerät, um den Teig nicht zu „überarbeiten“.
5. Teig einfüllen und backen
Den Teig in die vorbereitete Form gießen und glattstreichen. Im vorgeheizten Ofen ca. 45–50 Minuten backen. Gegen Ende der Backzeit eine Stäbchenprobe machen: Wenn kein Teig mehr am Holzstäbchen klebt, ist der Kuchen fertig.
Tipp: Falls der Kuchen oben zu schnell bräunt, locker mit Alufolie abdecken.
6. Kuchen auskühlen lassen
Den fertigen Kuchen 10 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann vorsichtig stürzen. Komplett auf einem Kuchengitter auskühlen lassen, bevor der Guss daraufkommt.
7. Zitronenguss anrühren
Den Puderzucker sieben und mit dem Zitronensaft verrühren, bis eine dickflüssige, aber gießbare Glasur entsteht. Über den erkalteten Kuchen gießen und leicht verlaufen lassen.
Extra-Variante: Wer es fruchtiger mag, kann dem Guss noch etwas Abrieb von Limette oder Orange hinzufügen.